Review / Test Archos 5 60 GB Slim

Der Archos 5 Slim mit 60 GB ist, wie der Name sagt, die flache Variante der verschiedenen 5er Modelle, die bis 250 GB verfügbar sind.

Die 120 GB Variante ist aktuell nur geringfügig teurer, jedoch dicker und ich fand, dass man die Festplatte viel mehr arbeiten spürt, wenn man den Player in der Hand hält. Daher habe ich der 60GB Variante den Vorzug gegeben.

Der Lieferumfang des Archos ist inzwischen auch sehr übersichtlich. Tasche oder Ladegerät sucht man vergeblich – dafür weist Archos einen gleich auf dem USB Kabel darauf hin, dass die Ladezeit mit einem optionalen Ladegerät von 8 auf 3 Stunden sinkt. Bei Archos ist generell alles sehr “optional” aufgebaut, aber zumindest um ins Internet zu gelangen reicht “nur” eine Registrierung, vorher gibt es die notwendigen PlugIns nicht. Man sollte vor dem Kauf aber wirklich genau prüfen, wie man das Gerät nutzen will und welche kostenpflichtigen Plug Ins oder auch Hardware dafür erforderlich ist. Ein einfaches Plug In für einen Codec zu 19 Euro ist nicht gerade ein Schnäppchen. So braucht man für MPEG 2 aufgenommene Filme oder iPod Podcasts jeweils ein gesondertes Plug In.

Das Gerät ist flach und sieht sehr wertig aus, auf dem Metall sieht man aber auch jeden Fingerabdruck überdeutlich. An Bedienelementen gibt es neben Ein- Ausschalter nur noch die Lautstärkeregelung, der Rest ist Sache des Touchpads.Die Bedienung selber geht relativ intuitiv vonstatten, wenngleich man als als iPhone Nutzer ungewohnt stark auf das Touchpad drücken muss.

Video
Hier stellt sich bereits das erste Problem mit den Codecs da. Für den iPod konvertierte oder direkt per DVB-T aufgenommene Filme lassen sich ohne zusätzliche Plugins nicht abspielen. Die Filme, die ich im AVI Format für den Cowon Q5 konvertiert hatte, liefen jedoch relativ problemlos. Bei sehr hohen Bitraten kam es jedoch bei der Wiedergabe zu einem merkwürdigen “quitschen”, wie man es bei DVB-T Empfangsproblemen kennt – mein Q5 hatte das Problem mit der gleichen Datei nicht.

TV
Der Archos bietet neben dem Empfang von WebTV auch die Möglichkeit Filme aus dem TV aufzunehmem oder dort wiederzugeben. Man kann sich inzwischen sicher denken, dass auch dazu optionale Hardware notwendig ist. Dies ist die DVR Station, auf die ich in einem gesonderten Artikel eingehe.

Musik
Da der Archos für mich als Videoplayer gekauft wurde, habe ich diesen Punkt nicht näher betrachtet.

Internet
Wie bereits geschrieben bietet der Archos mittels Plugin einen Browser. Hier wird auf einen Opera zurückgegriffen. Die Darstellung ist auf dem Gerät sehr gut, zumindest wenn man mobiles Web gewohnt ist. Die Bedienung könnte besser sein. Das scrollen in einer Seite ist zumindest für einen iPhone Nutzer mit ungewohnt viel Druck verbunden. Zudem gibt es keinen Scrollbalken, der einem verdeutlicht, dass die Seite weitergeht.
Die virtuelle Tastatur lässt sich recht gut treffen, das habe ich schon deutlich schlechter bei gleicher Displaygröße erlebt.

Trotz des großen Displays hat es mir weniger Spaß gemacht, als beim Touch – das mag aber auch Gewohnheit sein.

Neben dem Browser wird noch ein E-Mail Client angeboten, der aktuell noch im Beta Status ist.

Fazit
Als Videoplayer und auch als Internettablet macht der Archos keinen schlechten Eindruck. Das man diverse Plugins und ggf Hardware für den vollen Umfang hinzukaufen muss, sollte man einrechnen.

Größter Vorteil ggü anderen Playern ist aus meiner Sicht, dass er mit entsprechenden Plugins DVD und MPEG2 direkt abspielt und man sich so bei TV Aufnahmen viel Zeit für die Konvertierung spart. Auch der Zugriff auf Netzwerkdateien per UPnP ist ganz nett.

Wer sich die Videowiedergabe konzentriert, finde mit dem Archos möglicherweise den passenden Begleiter.

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